Die Waschmaschine stinkt – Was ist zu tun?
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Es spielt keine Rolle, für welche Waschmaschine Sie sich entscheiden, irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem jedes Gerät einer besonderen Pflege bedarf. Spätestens dann, wenn Sie beim Entnehmen der Wäsche das Gefühl haben, dass diese nicht so frisch wie gewöhnlich riecht. Schnell kommen Bedenken auf, ob die Wäsche überhaupt noch hygienisch rein ist oder womöglich sogar gesundheitsgefährdend. Beim genaueren Inspizieren der Waschmaschine stellen Sie fest, dass es auch in der Trommel oder im Waschmittelfach der Waschmaschine stinkt bzw. unangenehm riecht.

Denn ebenso wie in einer Spülmaschine können auch in einer Waschmaschine unangenehme Gerüche entstehen.

Wie kommt es zu dem Geruch?

Nach jedem Waschgang bleiben eine Restwärme und -feuchtigkeit, Schmutz sowie Waschmittelreste in der Waschmaschine zurück. Außerdem können sich Kalkablagerungen bilden (Wie entkalke ich eine Waschmaschine richtig?). Diese Kombination kann der ideale Nährboden für Mikroorganismen sein.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese unangenehmen Gerüche vermeiden und hygienisch saubere Wäsche erhalten.

Warum tritt dieses Phänomen bei modernen Waschmaschinen häufiger auf?

Waschmaschine stinktHäufiges Waschen bei niedrigen Temperaturen kann eine der Ursachen für unangenehme Gerüche sein. Die Kunden verlangen nach sparsamen Waschmaschinen. Die Hersteller reagieren darauf und statten ihre Geräte immer häufiger mit Sparprogrammen aus, die darauf ausgerichtet sind, den Strom- und Wasserverbrauch zu senken und damit genau diesen gewünschten Einspareffekt zu erzielen. Durch eine niedrigere Wassertemperatur wird Energie eingespart und mit einer geringeren Wassermenge der Wasserverbrauch gesenkt. Um dennoch saubere Wäsche zu erhalten, wird im Gegenzug der Waschvorgang verlängert. Außerdem arbeiten viele Waschmaschinen nicht wie angegeben mit 60 °C, sondern teilweise mit einer deutlich niedrigeren Temperatur.

Waschgänge mit Temperaturen von 30 bis 50 °C reichen jedoch nicht aus, um Pilze oder Bakterien abzutöten. Außerdem befindet sich nach dem Entnehmen der Wäsche noch Restfeuchte in der Waschmaschine – ideale Bedingungen zur Vermehrung von Pilzen und Bakterien. Sie nutzen die Ablagerungen aus der Wäsche und dem Waschmittel, um sich in diesem warmen und feuchten Klima zu vermehren.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie nach dem Waschgang für eine ausreichende Belüftung der Waschmaschine sorgen. Lassen Sie die Gerätetür immer eine Handbreit oder weiter geöffnet, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten. Sie können außerdem den Einspülkasten für das Waschmittel etwas herausziehen. Eventuell vorhandene Restfeuchte kann bei normaler Umgebungsluft leichter verdunsten und Sie vermeiden damit zumindest unangenehme Gerüche.

Doch bedauerlicherweise genügt dies alleine nicht, um der Ansiedlung und Vermehrung von Mikroorganismen Einhalt zu gebieten. Erst bei einem Waschvorgang mit mindestens 60 °C werden Bakterien abgetötet.

Indirekt trägt die Energieeffizienz heutiger Waschmaschinen dazu bei, dass sich Mikroorganismen bei nicht ausreichender Waschmaschinenpflege leichter in der Waschmaschine bilden können.

Auf das Waschmittel kommt es an

Abgesehen von zu niedrigeren Wassertemperaturen spielt auch das Waschmittel eine wichtige Rolle. Das inzwischen am häufigsten verwendete Vollwaschmittel ist flüssig und enthält keinerlei Bleiche. Ansonsten würden auch Wassertemperaturen von 40 °C genügen, um Keime abzutöten und desinfizierend zu wirken.

Was kann man für hygienisch saubere Wäsche und gegen den üblen Geruch tun?

Als Hausmittel, um unangenehmen Gerüchen und der Entstehung von Mikroorganismen vorzubeugen, können Sie einmal im Monat einen Kochwaschgang durchführen – selbstverständlich ohne Wäsche. Etwas Zitronenkonzentrat oder Essigessenz in der Trommel wirken nicht nur desinfizierend, sondern auch gleichzeitig vorbeugend gegen Kalk. Außerdem duftet es anschließend wieder frisch aus der Waschmaschine.

Die alternative Methode

Alternativ gibt es spezielle Hygiene-Reiniger diverser Hersteller, die Restschmutz und Ablagerungen auflösen und entfernen. Dabei handelt es sich meist um ein Pulver, welches direkt in die Waschtrommel gegeben wird. In der Regel werden bei einem Hauptwaschgang mit mindestens 60 °C Wassertemperatur eventuelle Keime abgetötet und vorhandene Ablagerungen entfernt. Die Reinigungsmittelhersteller empfehlen, diese Prozedur drei- bis viermal im Jahr zu wiederholen.

Weitere Reinigungen, die der stinkenden Waschmaschine vorbeugen

Das Waschmittelfach

Das Waschmittelfach bedarf ebenfalls der Pflege, denn dort bildet sich oftmals Schimmel, vor allem bei der Verwendung von Vollwaschmittel in Pulverform. Bei Flüssigwaschmittel kommt es hier aufgrund der Konsistenz eher selten zu Ablagerungen. Dennoch sollte das Einspülfach einmal im Monat in einem heißen Wasserbad mit Essigessenz gereinigt werden. Mit einem Schwamm sind dabei vor allem die Kanten und Ecken zu säubern, in denen sich möglicherweise Keime festsetzen könnten.

Das Flusensieb

Wichtig, nicht nur für den Betrieb und die Effizienz der Waschmaschine, ist das Kontrollieren und gegebenenfalls notwendige Reinigen des Flusensiebs unter fließendem Wasser.

Die Gummidichtung

Und zu guter Letzt sollten Ablagerungen an der Gummidichtung nach jedem Waschgang mit einem Tuch und Zitronenkonzentrat oder Essigessenz vorsichtig abgewischt werden. Dabei sollten Sie auf die korrekte Verdünnung achten, damit die Dichtungen nicht angegriffen werden.

Technische Defekte ausschließen

Kommt es dennoch zu unangenehmen Gerüchen in Ihrer Waschmaschine, kann auch ein technischer Defekt vorliegen, wenn beispielsweise die Ablaufpumpe nicht korrekt arbeitet und sich Restwasser im Boden sammelt. Dieses können Sie überprüfen, indem Sie das Wasser über einen Schlauch hinter der Sockelblende manuell ablassen. Wenn es unangenehm riecht, hat es länger dort gestanden – möglicherweise liegt ein Defekt der Ablaufpumpe vor. Genaue Angaben, wo Sie diesen Schlauch finden und wie das manuelle Ablassen bei Ihrer Waschmaschine funktioniert, finden Sie in der dazugehörigen Gebrauchsanweisung Ihres Geräts

Hygienisch saubere Wäsche trotz Energiesparprogramm

Doch keine Angst, Sie können auch weiterhin problemlos mit einem Energiesparprogramm Ihre Wäsche waschen, wenn Sie die zuvor beschriebenen Hinweise beachten oder bei einem Niedrigtemperaturwaschgang beispielsweise einen Hygienespüler verwenden, der für die notwendige Desinfizierung sorgt. Ein Wermutstropfen hat die Verwendung eines Hygienespülers jedoch: sie stören die natürlichen Organismen in der Kläranlage und belasten dadurch unsere Umwelt stärker.

Mit unseren Tipps und Hinweisen vermeiden Sie nicht nur die Entstehung unangenehmer Gerüche, sondern sorgen darüber hinaus für eine hygienisch saubere Waschmaschine und „gesunde“ Voraussetzungen beim Waschen.

 

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